Historisch betrachtet, ist Ingenieursdenken eng mit Herrschaftsdenken verbunden: Ingenieure ermöglichen Pyraniden, Unterdrückungssysteme, Kriege. Wolfgang Hermann Körner, der selbst Bauingenieurswesen studierte, den Beruf aber nie ausgeübt hat, hält trotz aller Einwände gegen die barbarischen Auswüchse der Technik nichts davon, den Ingenieur als eindimensionalen Menschen, als hoffnungsloses Werkzeug der Mächtigen darzustellen. Er (der natürlich in der "coincidentia oppositorum" eines der wesentlichen absurden, gar komischen Phänomene des Daseins erkennt) entwirft die Figur des träumenden Ingenieurs und gibt seinem gesamten literarischen Werk den hoffnungsfrohen Titel: "Der Ingenieur, Geschichte eines Träumers."

Maria beugt wieder den Arm, deutet ruckhaft auf ihre jungfräuliche Brust und richtet starr die funkelnden augen auf Christus. Automatisch streckt dieser die Händ eaus und zeigt Gottvater die Wundmale. Der erhobene Blick soll wohl Irdisches und Himmlisches verbinden. Gott murmelt etwas und führt das gezoegene Schwert mit der rechten Hand zackig in die Scheide zurück. Ich hatte herausgefunden, dass die leblosen Figuten der spätgotischen Uhr über dem Aposteltor der Kathedrale von Avila (unweit der Einsiedeleien San Martin und Nuestra Senora de la Cabeza) ursprünglich mechanisiert waren. Das alte Werk ließ sich jedoch nicht reparieren. So baute ich im Rücken Gottes, marias und des unglücklichen Sohnes der beiden eine neue Mechanik mit elektronischer Steuerung und lieh Gott sogar meine Stimme.

Wolfgang Hermann Körner
Die griechischen Träume
Kurzprosa
125 Seiten, Leineneinband
mit Schutzumschlag und Stofflesezeichen
éditions trèves
ISBN 978-3-88081-354-0

Preis: 16.00 EUR
Anzahl: 
Copyright MAXXmarketing GmbH
JoomShopping Download & Support
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen